Zu den Kosten
Missverständliche Meldungen aus der Politik
zur Beschaffung der neuen Kampfflugzeuge und
irreführende Kommentare in den Medien haben für
Verwirrung und Irritation in der Öffentlichkeit gesorgt.
Wir informieren nachfolgend über die Kosten dieses
Waffensystems für den Schutz der Schweiz vor Bedrohungen
aus der Luft und stellen Falschinformationen richtig.
Zur Finanzierung des Tiger-Teil-Ersatzes
(TTE)
Im Entlastungsprogramm 2003 für die Bundesfinanzen wurde
festgehalten, dass die Finanzierung des neuen
Kampfflugzeuges über einen Spezialkredit erfolgen soll.
In der langfristigen Planung der Finanzierung der Armee
(Masterplan) war im Jahre 2004 für die kommende
Beschaffung von 33 neuen Kampfflugzeugen als Ersatz der
veralteten 54 F-5 Tiger-Kampfflugzeuge ein korrekter
Betrag von CHF 4 Mia eingesetzt. Die Planung 2006
präzisierte den Betrag mit 3 – 5 Mia. Im Jahr 2007 wurde
dieser Betrag auf nur noch 2.7 Mia halbiert und
schliesslich im Jahr 2008 nochmals auf 2.2 Mia
reduziert.
BR Ueli Maurer übernahm also eine finanzielle Vorgabe
von nur noch CHF 2.2 Mia für die Beschaffung neuer
Kampfflugzeuge. Mit diesem Betrag ist der Kauf von 33
Kampfflugzeugen unmöglich.
Zum Kaufpreis für den TTE
Den Anbietern wurde die Möglichkeit gegeben,
neben der Offerte für 33 und für 22 Kampfflugzeuge auch
ein Angebot für eine durch sie vorzuschlagende Anzahl
Flugzeuge für den Kaufpreis von CHF 2.2 Mia zu
unterbreiten.
Weder der Bund noch seine involvierten Organe haben
damit von Gesamtkosten über die Nutzungs-/Lebensdauer
dieses Waffensystems (rund 40 Jahre) gesprochen.
Zu den Beschaffungskosten von 2.2 Mia gibt es keine
„Überraschungen“, wie von der Presse mit Bezug auf
Aussagen von Politikern suggeriert. Wenn man sich mit
der Thematik von Waffensystemen befasst, kennt man den
Unterschied zwischen den einmaligen Beschaffungskosten
und den laufenden Betriebskosten über die Lebensdauer
des Waffensystems. Diese stehen in einem bestimmten
Verhältnis zueinander, bei den Kampfflugzeugen ist dies:
Beschaffungskosten x Faktor drei.
Zu einer Vollkostenrechnung des TTE
Vollkostenrechnungen über die Nutzungsdauer
kamen bisher bei den Beschaffungsvorhaben des
Bundes nicht zur Anwendung, entsprechend waren solche
Gesamtsummen nie Gegenstand von Volksabstimmungen (Wie
viel kostet uns die NEAT über eine Nutzungsdauer von 100
Jahren?).
Die in der Presse den Beschaffungskosten von 2.2 Mia
gegenüber gestellten Zahlen von 7 Mia für 22
Kampfflugzeuge, resp. 4 Mia für 12 Kampfflugzeuge, sind
eine Falschdarstellung.
Sie sind rudimentäre „Vollkostenschätzungen“, die die
einmaligen Beschaffungskosten mit den wiederkehrenden
Wartungs-, Unterhalts-, Einsatz-Kosten für den Betrieb
und die Infrastruktur, sowie die Kosten für
voraussichtliche Modernisierungen und
Kampfwertsteigerungen addieren – ein unübersichtliches
Konstrukt, das weder organisatorisch mit der Beschaffung
noch mit den damit verbundenen monetären Verpflichtungen
und Abläufen übereinstimmt.
Zudem sind gewichtige technische,
betriebswirtschaftliche und finanzielle Faktoren nicht
berücksichtigt – z.B. die Kompensationsleistungen der
Anbieter (Offset-Programm) in der Höhe der
Beschaffungskosten von 2.2 Mia, Amortisationen über die
Nutzungsdauer u.a.m. Gänzlich ausser acht gelassen wird
der mit der Beschaffung und der Weiterentwicklung eines
Kampfflugzeuges der neusten Generation einhergehende
Technologietransfer zur Schweizer Industrie.
Zu den Betriebskosten eines neuen
Kampfflugzeuges
Die neuen Kampfflugzeuge werden auch nicht zu
einer „Kostenfalle“ durch sogenannte „unkontrollierbare
Betriebskosten“. Die Anbieter haben als zusätzlicher
Offert-Teil die Betriebskosten ihres Flugzeuges der
armasuisse offenzulegen.
Die Betriebskosten der drei angebotenen Flugzeugtypen
sind aufgrund ihres bereits mehrjährigen Einsatzes in
verschiedenen Luftwaffen praxisrelevant feststellbar.
Aus einzelnen Luftwaffen ist bekannt, dass mit den neuen
Flugzeugen die Betriebskosten gesenkt und die
operationelle Verfügbarkeit wesentlich erhöht werden
konnten. (Z.B. in der deutschen Luftwaffe im Vergleich
mit den Mig-29 Kampfflugzeugen).
Zu einer Verschiebung der Beschaffung
Eine Kampfflugzeugbeschaffung dauert heute rund 7 bis 10
Jahre. Bei einer Verschiebung um drei Jahre, wäre die
gesamte Evaluation hinfällig und die bisherigen
Investitionen verloren. Man müsste nochmals von vorne
beginnen.
Der durch die Evaluation bereits angelaufene Know-how
Transfer im technischen und operationellen Bereich würde
unterbrochen. Die Folgen wären Zeitverlust in der
Ausbildung Boden und Luft, Mehrkosten durch nicht
einhalten von Vereinbarungen und durch in einer
Wartezeit brachliegende oder verlorengehende manpower
und Fachwissen in der Wirtschaft, in der Verwaltung und
in der Armee/Luftwaffe.
Zu einer Beschaffung in 2 Teilen:
Diesem Vorschlag aus der Politik liegen operationelle
und sicherheitspolitische Überlegungen zugrunde. Auch
eine Reduktion der Beschaffung auf vorerst 1 Staffel
würde die Durchhaltefähigkeit der Luftwaffe zur Wahrung
der Lufthoheit bereits erheblich verbessern.
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Kosten des Waffensystems
Kampfflugzeuge |
22.10.2009 |
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Die aufgeführten Werte stellen eine
Grössenordnung dar und beruhen auf heute
öffentlich zugänglichen Informationen.
Anpassungen sind nach Bekanntgabe der
offiziellen Evaluationsergebnisse mit
Kostenangaben der Anbieter möglich. |
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TTE Programm - Lebensdauer 40 Jahre (Werte CHF
in Mio, Quellen: Presse) |
Anzahl
Flugzeuge |
Typ |
Beschaffungskosten |
Betriebskosten Nutzungsdauer
40 Jahre |
Gesamtkosten Nutzungsdauer
40 Jahre |
Kosten
pro Flugzeug
und Jahr |
|
Total |
pro
Flugzeug |
|
22 |
Eurofighter oder Rafale |
4'000 |
182 |
2'600 |
6'600 |
7.50 |
|
12 |
Eurofighter oder Rafale |
2'200 |
183 |
1'800 |
4'000 |
8.33 |
|
22 |
Gripen |
2'200 |
100 |
1'800 |
4'000 |
4.55 |
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Als Vergleich: Kosten FA 18*
- Lebensdauer 30 Jahre (Werte CHF in Mio,
div. Quellen) |
Anzahl
Flugzeuge |
Typ |
Beschaffungskosten |
Betriebskosten Nutzungsdauer
30 Jahre |
Gesamtkosten Nutzungsdauer
30 Jahre |
Kosten
pro Flugzeug
und Jahr |
|
Total |
pro
Flugzeug |
|
34 |
F/A 18 |
3'300 |
97 |
6'400 |
9'700 |
9.51 |
|
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*
Initial zusätzlich 250 Mio. für bauliche
Anpassungen Infrastruktur nicht inbegriffen |
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*
Erstlieferung 1996 -
geplante Lebensdauer 30 Jahre, Ablauf
Herstellersupport 2020 |
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*
Nachrüstung bis 2008 = 1400 Mio in Unterhalt
inbegriffen, weitere Nachrüstungen nicht
berechnet |
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*
Effektive Kosten pro Flugzeug / Jahr 9.80, da
real nur 33 Flugzeuge (1 Verlust) |
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Kompensationsgeschäfte
Schweizer Industriebeteiligung im Umfang von 2,2
Milliarden Franken
"Die Kampfflugzeugbeschaffung (TTE) für 2,2
Milliarden Franken verpflichtet den ausländischen
Lieferanten, ein Schweizer Industriebeteiligungsprogramm
(Kompensationsgeschäfte / Offsetgeschäfte) im Umfang von
2,2 Milliarden Franken zu realisieren… Hunderte von
Schweizer Unternehmen können an solchen
Industriebeteiligungsprogrammen partizipieren – darunter
viele KMU – insbesondere aus der Luftfahrtindustrie,
der Elektro-, Elektronik- und Maschinenindustrie… Die
Wirtschaftsverbände Swissmem mit über 1000
Mitgliedfirmen und der Westschweizer Industrieverband
GRPM unterstützen diese Programme aktiv in
Zusammenarbeit mit der armasuisse und der Schweizer
Industrie. Ein Offsetprogramm von über 2 Milliarden
Franken generiert Arbeit für 2500 Arbeitsplätze während
mehreren Jahren. Die Beschaffung der Kampfflugzeuge… ist
damit nicht nur sicherheitspolitisch, sondern auch
wirtschaftspolitisch von grosser Bedeutung" (armasuisse).

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